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In ihrem 15-minütigen Kurzfilm begleiten der Italiener Adriano Valerio und die Französin Eva Jospin zwei Kinder an einem träumerischen, heißen Sommertag.

Vollkommen lethargisch verbringen ein Junge und ein Mädchen einen heißen Augusttag in einem verlassenen Landhaus am Pool. Nackt bis auf die Unterhose durchlaufen sie sorglos ihren Tag. Der nah gelegene, sonnendurchflutete Wald ist ihr Abenteuerland. Bäume werden ausgerissen und Insekten gefangen genommen, um sie im eigens erschaffenen Mikrokosmos eines Marmeladenglases neu zu beleben. Der aufblasbare Delfin wird hingegen im Fluss ausgesetzt. Sie verschieben Grenzen und brechen Regeln. Die auf dem traditionellen Dorffriedhof geklauten Blumensträuße verkaufen sie an der Tankstelle. Bei Kissenschlachten im Bett entdecken das Mädchen und der Junge einander auf eine neue Weise. Ist den Kindern die Hitze zu Kopf gestiegen, oder sind wir als Zuschauer vom hellen Schein geblendet? Die Grenzen zwischen kindlichem Toben und Sexualität verschwimmen.

Was sich nach lauten Kinderstreichen anhört, zeigen Valerio und Jospin in ruhigen, pittoresken Aufnahmen, voller Wärme und fein zerbrechlich. Das Kinderpaar spricht kaum miteinander, nur einmal werden Schimpfwörter ausgetauscht. Aber was will man sich auch groß sagen, an einem Tag sengender Hitze?

Katharina Proksch

Zu sehen als Teil der internationalen Kurzfilmrolle I beim LICHTER Filmfest Frankfurt International