(c) GoEast Festival
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Das Gesicht verziehen, ein langes Gesicht machen, aus dem Gesicht lesen, das Gesicht wahren, das Gesicht verlieren.

Zwei Augen, eine Nase, ein Mund mit 32 Zähnen, all‘ die Sachen die ein Gesicht zu einem machen… weg. Was ist mit der Person, die sich hinter diesen Teilen verbarg? Ist sie auch weg, von einem auf den anderen Tag?
Durch seine Liebe und Barmherzigkeit gab man ihm das zurück, was ihm genommen wurde. Erschaffen nach seinem Abbild?
Alle sprechen sie von Nächstenliebe, doch diese findet hier nicht statt. An einem Ort, wo auf die Vernichtung jeglicher Andersartigkeit das Glas gehoben wird, einem Ort wo ich über dir und du unter mir stehst, an dem man spricht aber nicht gehört werden will.

Liebe findet man hier zwischen den Zeilen. Sie zeigt sich ganz zart in der Umarmung, der Schwester, die hinter die Fassade blickt, den süßen Worten des Vaters, der den Sohn erkennt und zu sehen vermag was sich hinter den Schichten aus Haut und Gewebe befindet.
Dem Festhalten an der Frau, die man die Gefallene nennt.

Doch wo Liebe ist, ist Schmerz nicht fern. Verraten, nicht für 30 Silberlinge, aber einen Muskelbepackten.
Alle leiden sie, nur einer nicht. Den Teufel wollen sie austreiben, wo keiner ist!

Er fiel, er starb, er ist wiedergeboren. Vielleicht sogar für ihre Sünden?
Er kehrt heim, setzt sich an den Tisch, sein Platz ist gedeckt. Tomatensuppe, seine Lieblingssuppe!

Von Handan Zeylan

MUG hat das 18. GoEast Festival eröffnet und lief dort im Wettbewerb außer Konkurrenz.