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Die Büroangestellte Kanae befindet sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Der Wunsch zu heiraten ist groß, der Termin steht schon fest, allein der passende Ehemann fehlt noch. Der erfolglose Schauspieler Sakurai möchte nach dem Scheitern seiner letzten Liebesbeziehung aus dem Leben scheiden. Der Strick ist gedreht, hängt schon um seinen Hals, nur halten will er nicht. Sakurai knallt auf den Boden und bleibt am Leben. Der gut organisierte Profikiller Kondo muss in einer öffentlichen Badeanstalt noch seine Hände von den Spuren des letzten Auftrags befreien. Dabei erleidet er einen folgenschweren Unfall, durch den er sein Gedächtnis verliert.

So beginnt der neueste Spielfilm des preisgekrönten japanischen Regisseurs und Drehbuch-autors Kenji Uchida. Bereits 2005 wurde sein Debütfilm A Stranger of Mine weltweit mehrfach ausgezeichnet. Darunter drei Preise auf dem Filmfest in Cannes. Mit Key of Life setzt er diese Erfolgsgeschichte fort. Vier Awards für das beste Drehbuch gab es. Mit Key of Life gelingt Uchida der Spagat zwischen Liebes- und Gangsterkomödie, sowie Familien- und Beziehungsdrama, ohne dabei inkonsequent zu wirken.

Trotz der kompliziert erscheinenden Story, die auf einen Identitätstausch hinausläuft, kommt kein Gefühl von Hektik auf. Uchida lässt dem Zuschauer Zeit in das Geschehen einzutauchen. Genüsslich beobachten wir wie der etwas unbeholfene Sakurai, der anfangs nicht einmal wusste wie er seine Steuerschulden bezahlen soll, sich plötzlich mit einem der führenden Yakuzabosse auseinandersetzten muss. Ebenso amüsant ist Kondos Wandel vom kaltblütigen Killer zum sanften Geliebten, der nun auch mal Lächeln kann.

Leider muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass der Film mit 128 Minuten Spielzeit doch etwas zu lang geraten ist. Der Mittelteil erscheint etwas zu ausgedehnt. Eine kompaktere Erzählweise wäre hier vermutlich angebracht gewesen. Über diesen Kritikpunkt lässt sich jedoch hinwegsehen, sobald Kondo sein Gedächtnis wiedererlangt hat und der Film noch einmal Fahrt aufnimmt. In der letzten halben Stunde hat Uchida noch ein paar Überraschungen und Gags parat, durch die der Film eine gelungene Auflösung findet.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Key of Life eine Menge Spass macht. Der Film ist kein Actionfeuerwerk á la John Woo´s Face/Off. Er ist auch kein Körpertauschklamauk wie Freaky Friday, in dem Jamie Lee Curtis mit ihrer Tochter die Rollen wechselt. Key of Life besticht durch seinen subtilen Humor, das gelungene Drehbuch und den großartigen Teruyuki Kagawa als Kondo.

Wer rasante Achterbahnfahrten der Gefühle, gespickt mit Explosionen und wilden Verfolgungsjagten bevorzugt, sollte wohl eher davon absehen sich eine Kinokarte für diesen Film zu kaufen. Wer jedoch mit den immer gleichen Stories und Effekthaschereien aus der Traumfabrik so langsam übersättigt ist, der ist hier gut aufgehoben und wird nicht enttäuscht sein.