Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
Durch den virtuellen Raum geschoben: "UNPARALLEL REALITY" von Dzmitry Sorkin

Durch den virtuellen Raum geschoben: “UNPARALLEL REALITY” von Dzmitry Sorkin

Gerade noch im Museum Wiesbaden, jetzt in einem unbekannten Hausflur: Ich schaue mich um, gleichzeitig knallt die Haustür zu. Zu meiner linken Seite befindet sich eine Treppe, die nach oben führt, doch bevor ich diese erreiche, schiebt es mich in die entgegengesetzte Richtung. Entlang einer Kommode werde ich wie magisch von der Wohnungstür angezogen und... Weiterlesen
Alles dreht sich: Vier Erfahrungsberichte zu den Virtual Reality-Filmen des "open frame award"

Alles dreht sich: Vier Erfahrungsberichte zu den Virtual Reality-Filmen des “open frame award”

[1] Wie eine Fliege im Donaudelta Ein bisschen affig mutet es ja schon an: im Museum Wiesbaden sitzen Kleingrüppchen interessierter Festivalbesucher mit VR-Brillen und Kopfhörern ausgestattet und verrenken sich aufs Wildeste den Hals. Immerhin bieten die experimentellen Kurzfilmprojekte ganze 360° visueller Information – viel fürs Auge, oft etwas zu viel für den Gleichgewichtssinn, wie jedem... Weiterlesen
Houston, haben wir ein Problem? Die Kontroversen um den VR-Film "ROCKETMAN 360" von Milo Simulov

Houston, haben wir ein Problem? Die Kontroversen um den VR-Film “ROCKETMAN 360″ von Milo Simulov

[1] And I think it’s gonna be a long, long time…   ROCKETMAN 360 ist bei weitem kein perfekter Film. Kritik zu üben ist leicht: fehlendes handwerkliches Geschick, Bildfehler en masse, eine cheesy Story, abstinente schauspielerische Leistung und dennoch berührt er mich. Muss es denn immer Hochglanz Kunstkino sein? Haben empfundene Emotionen nicht auch einen ganz... Weiterlesen
Alles ist Kunst. Nichts ist Kunst: VIER KURZE TEXTE ZU "Museum" von Äggie Pak-Yee Lee (Anarcho Shorts)

Alles ist Kunst. Nichts ist Kunst: VIER KURZE TEXTE ZU “Museum” von Äggie Pak-Yee Lee (Anarcho Shorts)

Der Schrei Das Museum als Ort des Schreckens: Gesichtslose Schüler trotten im Gleichschritt ihrer desinteressierten Lehrerin hinterher. Sie ziehen an schauerlichen Skizzen, Gemälden und Formen vorbei – bis sie schließlich eins mit der sie umgebenden Kunst werden. Transformationsprozesse lassen verschiedene Bildwelten aufblitzen, die allerhand Assoziationen wachrufen. Münder. Ärsche. Spermien. Soldaten. Der Schrei. Gewalt. Blut. Zerstörte... Weiterlesen
Bleistiftgangster auf weißer Leinwand: Zwei kurze Texte zu "LIFE24" von Kristjan Holm (Anarcho Shorts)

Bleistiftgangster auf weißer Leinwand: Zwei kurze Texte zu “LIFE24″ von Kristjan Holm (Anarcho Shorts)

Gefangen in der Fernsehschlaufe Was zeichnet man auf eine weiße Leinwand, wenn man alles zeichnen kann? Wo beginnt alles und wo hört es wieder auf? Der experimentelle Kurzfilm LIFE24 wählt als Antwort auf diese Frage einen Kreislauf. Im Filmbild beginnt und endet alles im Nichts, wird alles geboren und wieder verschluckt vom Schwarz-Weiß. Was dazwischen... Weiterlesen
„Mit schlechten Filmen kann man nicht die Welt verbessern“: Ein Interview mit Festivalleiterin Heleen Gerritsen

„Mit schlechten Filmen kann man nicht die Welt verbessern“: Ein Interview mit Festivalleiterin Heleen Gerritsen

Heleen Gerritsen leitet 2019 bereits zum zweiten Mal das goEast-Festival in Wiesbaden. Die gebürtige Niederländerin hat Slawistik und VWL studiert und schon früh ihr Interesse an osteuropäischer und russischer Kultur entdeckt, wie sie uns im Gespräch erzählt. Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten und Festivaljobs während der Studienzeit kam Gerritsen über ein Praktikum bei einem Filmstudio in Sankt... Weiterlesen
Mutter, Schwester, Fußballerin, Kind: vier Texte zu "Home Games" von Alisa Kovalenko

Mutter, Schwester, Fußballerin, Kind: vier Texte zu “Home Games” von Alisa Kovalenko

Träume zwischen Plattenbauten Kiew heute. Trostlose, alles verschlingende Häuserschluchten, verdreckte Straßen, Geldsorgen, Kinder die vor Freude kreischen, und die Magie von Seifenblasen. Auf einem vorbeifahrenden Truck prangt in fröhlich-bunten Lettern Werbung für ein ausländisches Bier. Doch es ist bereits im selben Moment fraglich, ob einer der Personen, die hier zu sehen sind, je das Vergnügen... Weiterlesen
Kormoran-Kacke, Hitchcock & Atomkriegsbilder: DREI KURZE TEXTE ZU "ACID FOREST" von Rugilė Barzdžiukaitė

Kormoran-Kacke, Hitchcock & Atomkriegsbilder: DREI KURZE TEXTE ZU “ACID FOREST” von Rugilė Barzdžiukaitė

Die Großen Schwarzen Vögel kommen Friedlich sitzt ein Vogel in seinem Nest. Nichts scheint ihn aus der Ruhe zu bringen. Baumstämme liegen schwermütig ruhend auf dem weichen Waldboden. Menschen starren durch ihre Kameras auf den langsamen, aber sicher kommenden Tod. Ein Tod, der riecht, der stinkt, der in der Nase beißt und dem Baum den... Weiterlesen
Eine Frau und ein Kreuz: 15 Gedanken zu "GOD EXISTS, HER NAME IS PETRUNYA" von Teona Strugar Mitevska

Eine Frau und ein Kreuz: 15 Gedanken zu “GOD EXISTS, HER NAME IS PETRUNYA” von Teona Strugar Mitevska

Mit GOD EXISTS, HER NAME IS PETRUNYA der mazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska eröffnete gestern das 19. goEast Filmfestival des mittel- und osteuropäischen Films. Der Workshop der Kritik ist zusammen ins Kino gegangen und hat danach in der Gruppe diskutiert, analysiert und gestritten. Herausgekommen sind 15 Gedanken und Beobachtungen: [1] Was wenn Gott eine Frau wäre?... Weiterlesen
Böse Zelle: "Wintermärchen" von Jan Bonny

Böse Zelle: “Wintermärchen” von Jan Bonny

„Wintermärchen“ ist ein Film der polarisiert. Und das ist durchaus gewollt, schließlich setzte sich Regisseur Jan Bonny das Ziel, seine Zuschauer zu einer Haltung gegenüber all dem, was da gezeigt wird, zu zwingen. Fraglich bleibt jedoch, welche Komponente der vom Film angeregte Diskurs behandelt – die künstlerische, also die des Filmes als Kunstwerk, oder die... Weiterlesen
Darstellung der muslimischen Bevölkerung im aktuellen deutschen Film:  Ein Essay

Darstellung der muslimischen Bevölkerung im aktuellen deutschen Film: Ein Essay

Die auf dem 12. Lichter Filmfest International vorgeführten deutschen Filme „Oray“ und „Atlas“ befassen sich inhaltlich zwar mit grundverschiedenen Themen, doch einen Aspekt haben sie gemein: die Inszenierung der muslimischen Bevölkerung in Deutschland. Mehmet Akif Büyükatalays Debütfilm „Oray“ behandelt den inneren Konflikt seines türkischen Protagonisten, nämlich jenen zwischen seinem Glauben und der Liebe zu seiner... Weiterlesen
Religion versus Liebe: „Oray“

Religion versus Liebe: „Oray“

Allah hat immer Recht, doch verschiedene Auslegungen verdrehen Oray den Kopf. Denn wessen ist die richtige: Die des Imam aus der Heimat? Die von dem aus der Großstadt? Oder soll Oray sich dem Koran widersetzen und auf sein Herz hören? Der temperamentvolle Oray (Zejhun Demirov) wurde gerade aus der Haft entlassen. Er hat zum Koran... Weiterlesen