Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
Im Quadrat fällt alles ineinander: "Nackte Tiere" von Melanie Waelde

Im Quadrat fällt alles ineinander: “Nackte Tiere” von Melanie Waelde

Wenn der Kampfsporttrainer die auf der Matte liegende Katja mit den Worten „rauf – runter – rauf – runter“ anschreit, scheinen diese Worte wie das Echo des kleinen Kosmos dieser Jugendlichen zu sein. Ein kraftvolles Abstürzen, ein lethargisches Hängenbleiben, und ein hoffnungsvolles wieder Hochstemmen wechseln sich in den kalten Tagen und warmen Nächten des letzten... Weiterlesen
Von Sonnenblumen und brennenden Töpfen: "Der zweite Anschlag" von Mala Reinhardt

Von Sonnenblumen und brennenden Töpfen: “Der zweite Anschlag” von Mala Reinhardt

Betroffene schildern, was ihnen angetan wurde, und die Regisseurin Mala Reinhardt gewährt den Zuschauenden immer wieder kurze atmosphärische Aufnahmen, in denen versucht werden kann, den Atem wiederzufinden. Überlebende und Angehörige von Mölln, Rostock-Lichtenhagen und dem sogenannten NSU-Komplex berichten, was ihnen widerfahren ist und wie sie seither damit leben. Ibrahim Arslan war sieben Jahre alt, als... Weiterlesen
Nach dem Großen Krieg: "Dylda" von Kantemir Balagow

Nach dem Großen Krieg: “Dylda” von Kantemir Balagow

Leningrad. Winter 1945. Der zweite Weltkrieg ist seit mehr als sechs Monaten in Europa vorüber. Für die Bewohner der Stadt ist dies selbst im Vergleich zu anderen, mitgenommenen Städten eine äußerst harte Zeit. Es ist bitterkalt, das Krankenhaus platzt aus allen Nähten mit Kriegsverletzten, und die körperlich Gesunden hungern. In einer Zeit der Hoffnungslosigkeit werden... Weiterlesen
Die Hinterbühne: "The Chambermaid" von Lila Avilés

Die Hinterbühne: “The Chambermaid” von Lila Avilés

The Chambermaid von Lila Avilés ist der 2018 erschienene Debüt-Langspielfilm der Regisseurin. Gabriela Cartol spielt darin Eve, ein 24-jähriges Zimmermädchen in einem gehobenen Hotel in Mexiko. Zu sehen ist sie bei ihrer alltäglichen Arbeit und bei ständig wiederkehrenden kleinen und großen Enttäuschungen sowie dabei, wie ihr die Machtverhältnisse, in denen Eve ganz unten steht, permanent... Weiterlesen
"One man's trash is another man's treasure" - die Ästhetik des Umweltbewusstseins

“One man’s trash is another man’s treasure” – die Ästhetik des Umweltbewusstseins

Im Rahmen der Nippon Connection Frankfurt am Main und im Programm der NIPPON DOCS AWARDs 2019, lief der Film “From all corners” von Regisseur Ryusuke Okajima. Nicht nur die sympathische Produzentin Yuko Shiomaki war anwesend, auch der Hauptdarsteller Fuyuki Shimazu kam angereist, um Werbung für seine Leidenschaft zu machen: dem nachhaltigen Weiterverwenden von gebrauchten Kartons... Weiterlesen
"Asako 1&2" – Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und (k)ein Tapir

“Asako 1&2″ – Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und (k)ein Tapir

Inhalt Der Film beginnt mit der kurzen aber intensiven Begegnung zwischen dem Mädchen Asako und dem Mädchenschwarm Baku. Er verkörpert den Freigeist und ist ihre erste große Liebe. Sie muss ja glücklich sein, wenn er sich für sie interessiert, denn sie ist ja nicht unbedingt eine Schönheit, urteilt die Mutter pragmatisch. Er wird nie ohne... Weiterlesen
Außerhalb der eigenen Komfortzone: orientierungslos und fließend

Außerhalb der eigenen Komfortzone: orientierungslos und fließend

Am Abend des Vaterstags lief im Rahmen der Nippon Connection der Experimentalfilm „Memento Stella“ von Takashi Makino in seiner Deutschlandpremiere im Filmmuseum Frankfurt am Main. Als ein „Special Screening“. Und speziell war es bestimmt auch für einige Zuschauer (wenn wir dem Klang des Stöhnens und Seufzens am Anfang folgen), denn als ungeübter Betrachter von experimentellen... Weiterlesen
Von der Wertschätzung menschlicher Gefühle: Arc Filmfestival Mainz

Von der Wertschätzung menschlicher Gefühle: Arc Filmfestival Mainz

Zum dritten Mal begrüßte das Arc Filmfestival mit seiner familiären und warmherzigen Atmosphäre die weitgereiste, junge und internationale Filmemacherszene. Die Selektion war liebevoll zusammengestellt: Aus der besonders schön benannten Rubrik „Celebrating Diversity“, die als Statement nicht nur fürs Filmische, sondern auch für Gesellschaftliches stehen konnte, stellen wir hier kurz drei bemerkenswerte Filme aus dem Programm... Weiterlesen
Den Lebenshärten mit Humor begegnen: „Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt“

Den Lebenshärten mit Humor begegnen: „Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt“

Adilkhan Yerzhanovs Film beginnt mit dem poetischen Bild einer Blume. Eine Biene ist irritiert, als Blut auf sie tropft, sie lässt sich aber dadurch nicht beirren. Dann Cut auf den harten Kampf des Lebens: zwei Männer, scheinbar ineinander verbissen, auf Leben und Tod. Die Bilder: jetzt schon wie aus einem Gemälde. Die Inhalte: jetzt schon... Weiterlesen
Körpererfahrung im Kinosessel: Vom Unbehagen einer gefesselten Zuschauerin

Körpererfahrung im Kinosessel: Vom Unbehagen einer gefesselten Zuschauerin

Warum gehen wir heutzutage eigentlich noch ins Kino? Für mich persönlich wird diese Frage als eine rein rhetorische entlarvt, sobald ich den Kinosaal betrete und diese spezifische Magie spüre: eine mysteriöse Macht, die auf meinen vermeintlich passiven Zuschauerinnenkörper einwirkt, ihn unweigerlich aktiviert, etwas mit ihm anstellt, sodass ich mich dem Geschehen auf der Leinwand vertrauensvoll... Weiterlesen
Sinnbild der jungen Generation: "MOMENTS" von Beata Parkanová

Sinnbild der jungen Generation: “MOMENTS” von Beata Parkanová

Anežka, eine Frau Anfang 20, sitzt weinend in einem modern eingerichteten Zimmer, das von weißen Farbtönen dominiert ist. Die Psychologin ihr gegenüber wirkt in ihrem himmelblauen Kleid fast fehl am Platz. Sie fragt: „Was brauchst du, Anežka?“ Mehrere Minuten der Stille vergehen, bevor Anežka schluchzend antwortet: „Ich weiß es nicht“. Diese kurze Szene steht symbolisch... Weiterlesen
Etwas Ungreifbares fassbar machen: der kollektive Abschlussbericht des Workshop der Kritik 2019

Etwas Ungreifbares fassbar machen: der kollektive Abschlussbericht des Workshop der Kritik 2019

Ein Festival voller Höhen und Tiefen. Große Gefühle und harte Enttäuschungen. Zwischen Kippen und Kaffee, Tanzfläche und Kinosaal. Filme, die mich berührt haben, Filmgespräche, die mich zu Weißglut gebracht haben. Und ein ganz wunderbarer Workshop. Ein Fest der Kulturen. Etwas Ungreifbares fassbar machen, das stand im Mittelpunkt. Themen die als selbstverständlich gelten, sind es vielleicht... Weiterlesen