Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
Queer - aber bitte zum Mitschreiben. Über die nicht-heterosexuellen Filme des "RHEINMAIN KURZFILMPREIS"

Queer – aber bitte zum Mitschreiben. Über die nicht-heterosexuellen Filme des “RHEINMAIN KURZFILMPREIS”

Die in YOU ARE OVERREACTING aufgeworfene Kritik am Patriarchat und an der der Gesellschaft anerzogenen Misogynie sollte doch eigentlich inzwischen bei jedem angekommen sein. Frauen ziehen sich nicht an  – oder nicht an, um dann begrabscht und vergewaltigt zu werden. Gegen victim blaming spricht sich Karina Paciorkowskas Film ganz laut aus. Für eine Aufklärung der... Weiterlesen
Wenn das Männerblut spritzt:  Zwei Texte zu "WHY SO SIRIUS?" von Karel Šindelář (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

Wenn das Männerblut spritzt: Zwei Texte zu “WHY SO SIRIUS?” von Karel Šindelář (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

[1]  Einfach mal die Regeln brechen Ein Ehepaar und eine junge Frau sind in ihren Autos in entgegengesetzter Richtung auf einer einsamen Landstraße unterwegs. Am Ende fährt keiner der Wagen mehr und zwei von den Menschen sind tot. „Was ist das für eine Straße?“ fragt sich auch die Ehefrau. Eine, auf der ganz klar ein Fluch... Weiterlesen
Irgendwas mit Löffeln: drei Texte zu "MOTEL STRUGURAȘ" von Mihai Nichiforeac (Rheinmain Kurzfilmpreis)

Irgendwas mit Löffeln: drei Texte zu “MOTEL STRUGURAȘ” von Mihai Nichiforeac (Rheinmain Kurzfilmpreis)

[1]  Lirum, Larum, Löffelspiel Petrică stellt uns mit glänzenden Augen sein Zuhause vor. Er lebt in einem heruntergekommenen Motel in Moldawien. Die Geschichte seines Motels interessiert ihn kein bisschen, denn Geschichte liebt ihn genauso wenig wie er sie. Macht Sinn. Er genießt die Isolation zum Rest der Welt, schmilzt in der Sonne nach ganzen fünf Minuten... Weiterlesen
KATZEN HABEN DOCH NUR EIN LEBEN: VIER TEXTE ZU "TEOFRASTUS" von Sergei Kibus (Rheinmain Kurzfilmpreis)

KATZEN HABEN DOCH NUR EIN LEBEN: VIER TEXTE ZU “TEOFRASTUS” von Sergei Kibus (Rheinmain Kurzfilmpreis)

[1]  Lost and Found Ein Lebewesen, das sein gewohntes Umfeld verlässt, um an einem fremden Ort zu leben. Nachdem der Kater von einer guten Seele aufgenommen und in ein neues, dörfliches Zuhause gebracht wird, scheint zunächst alles gut. Als seine neue Familie dann jedoch in eine größere Stadt ziehen muss und Teofrastus nach einem Sturz vom... Weiterlesen
Mensch, Tier, queer: Drei Beobachtungen zu "DEER BOY" von Katarzyna Gondek (Anarcho Shorts)

Mensch, Tier, queer: Drei Beobachtungen zu “DEER BOY” von Katarzyna Gondek (Anarcho Shorts)

[1]  Der Mensch im Tier Zwei Höcker auf der Stirn des Säuglings. Deer Boy – Hirschknabe, oder aber: braver Junge? Zwei Gegensätze in einem Titel, in einem Haus. Mutter und Vater – sie liebevoll, er rigoros. Sie Chaos, er Ordnung, Es und Über-Ich, Dionysos und Apoll. Mechanisch kurbelt er den Fleischwolf, sie leckt den Teller sauber,... Weiterlesen
Langweilige Engel & Rappende Nordlichter: Zwei Texte über zwei Filme des "OPEN FRAME AWARD"

Langweilige Engel & Rappende Nordlichter: Zwei Texte über zwei Filme des “OPEN FRAME AWARD”

[1] Langweilige Engel: “TRAILS OF ANGELS” von Kristina Buožytė Das Leben eines Engels muss echt langweilig sein. Zumindest nach dem Virtual Reality-Film TRAILS OF ANGELS von Kristina Buožytė zu urteilen. Eine 30-minütige, meditative Reise durch himmlische Umgebungen, die von den impressionistischen, expressionistischen oder symbolistischen Gemälden des litauischen Kunstschaffenden M.K. Čiurlionis inspiriert sind, hätte es werden... Weiterlesen
Von Panzern fast umgefahren: Der VR-Film "Code of Freedom 1991" von Andrius Lekavicius

Von Panzern fast umgefahren: Der VR-Film “Code of Freedom 1991″ von Andrius Lekavicius

[1] Halb dabei, statt mittendrin. Alleine stehe ich in einem Hotelzimmer. Das Telefon klingelt, der Fernseher geht an. Ich packe meine Kamera, eine Videokassette und meinen Presseausweis ein. Wenige Minuten später befindet ich mich mitten in der blutigen Auseinandersetzung am 13. Januar 1991 in Vilnius, Litauen wieder. Menschen stehen in Gruppe und brüllen. Polizist*innen bedrohen... Weiterlesen
Eine Reise in Pastell und Neon: "TAKE ME SOMEWHERE NICE" von Ena Sendijarević

Eine Reise in Pastell und Neon: “TAKE ME SOMEWHERE NICE” von Ena Sendijarević

[1]  Ein surrealistisches Bosnien Stille, dann Techno. Die Vorhänge, die uns vor Augen geführt werden, werden sich nie öffnen. Es war auch nie eine Bühne da. Alma (Sara Luna Zorić) bereitet sich auf ihren Aufenthalt in Bosnien vor. Sie möchte ihren kranken Vater besuchen, einer von vielen unbekannten Menschen die ihr begegnen werden. Ena Sendijarevic‘ Debütfilm... Weiterlesen
Golden, dicht und schwindelig: Der VR-Film "THE WETLAND" Ioana Mischie

Golden, dicht und schwindelig: Der VR-Film “THE WETLAND” Ioana Mischie

Ich sitze in einem hölzernen Kahn, der friedlich auf einem Fluss treibt. Golden fällt das Sonnenlicht durch die Bäume und spiegelt sich auf der reinen, blauen Oberfläche. In der Luft tanzen Mücken und Staub. Auf einmal tritt ein Fremder neben mich – ein schwerer, rauer Mann – und zieht den Kahn ans Ufer. Ich bin... Weiterlesen
Nach ihm die Sintflut: Vier außergewöhnliche  Texte zu "THE RIDDLE OF JAAN NIEMAND" von Kaur Kokk

Nach ihm die Sintflut: Vier außergewöhnliche Texte zu “THE RIDDLE OF JAAN NIEMAND” von Kaur Kokk

[1]  Von einem Jan Kohlhaas An den Ufern der estländischen Küste strandet im achtzehnten Jahrhundert der vermeintliche Doktor Jaan Niemand, ein Mann mit Gedächtnisverlust, einer der warmherzigsten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. Kaur Kokk spinnt seine Geschichte, die zehn Jahre nach dem Großen Nordischen Krieg spielt, um diesen mysteriösen Jaan Niemand. Dabei besinnt er sich... Weiterlesen
Durch den virtuellen Raum geschoben: "UNPARALLEL REALITY" von Dzmitry Sorkin

Durch den virtuellen Raum geschoben: “UNPARALLEL REALITY” von Dzmitry Sorkin

Gerade noch im Museum Wiesbaden, jetzt in einem unbekannten Hausflur: Ich schaue mich um, gleichzeitig knallt die Haustür zu. Zu meiner linken Seite befindet sich eine Treppe, die nach oben führt, doch bevor ich diese erreiche, schiebt es mich in die entgegengesetzte Richtung. Entlang einer Kommode werde ich wie magisch von der Wohnungstür angezogen und... Weiterlesen
Alles dreht sich: Vier Erfahrungsberichte zu den Virtual Reality-Filmen des "open frame award"

Alles dreht sich: Vier Erfahrungsberichte zu den Virtual Reality-Filmen des “open frame award”

[1] Wie eine Fliege im Donaudelta Ein bisschen affig mutet es ja schon an: im Museum Wiesbaden sitzen Kleingrüppchen interessierter Festivalbesucher mit VR-Brillen und Kopfhörern ausgestattet und verrenken sich aufs Wildeste den Hals. Immerhin bieten die experimentellen Kurzfilmprojekte ganze 360° visueller Information – viel fürs Auge, oft etwas zu viel für den Gleichgewichtssinn, wie jedem... Weiterlesen