Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
Wie man in den Wald hineinschaut: "THE ANCIENT WOODS" von Mindaugas Survila

Wie man in den Wald hineinschaut: “THE ANCIENT WOODS” von Mindaugas Survila

Ein Affe grinste 2011 in eine Kamera und der Kamerabesitzer wurde verklagt. Der vermeintliche Fotograf David Slater hätte kein Recht am Bild, argumentierte die Tierschutzorganisation Peta, schließlich betätigte der Affe selbst den Auslöser. Inzwischen haben Angeklagter (Slater) und Kläger (Peta und der Affe) sich geeinigt; das Foto wurde durch die Kontroverse doppelt berühmt. Die beim... Weiterlesen
Die Spezialisten die sich damit auseinandersetzen: "AGGREGAT" von Marie Wilke

Die Spezialisten die sich damit auseinandersetzen: “AGGREGAT” von Marie Wilke

Ein Aggregat ist eine Einheit von mehreren zusammenwirkenden Maschinen oder Geräten. Der Titel ist ein früher Hinweis auf den roten Faden dieses Dokumentarfilms, der ohne jeden Off-Text auskommt und allein über die Zusammenstellung verschiedener Situationen aus den Jahren 2016 und 2017 seine Aussage trifft. Die Situationen sind oft Arbeitssituationen und Begegnungen, herausgegriffen aus den Bereichen... Weiterlesen
A critique of Nothing: "IN PRAISE OF NOTHING" von Boris Mitić

A critique of Nothing: “IN PRAISE OF NOTHING” von Boris Mitić

“But who am I to say I or we? Am I really Nothing or just my ego’s mercenary?”, grübelt das Nichts zu Beginn von Boris Mitićs ungewöhnlichem Feelgood-Dokumentarfilm IN PRAISE OF NOTHING und stellt dann über 78 Minuten lang alles in Frage. Inspiriert von Erasmus von Rotterdams Satire In Praise of Folly (1513) verleiht Mitić... Weiterlesen
Halbgare Selbstfindung nach Rezept: “RÜCKENWIND VON VORN” von Philipp Eichholtz

Halbgare Selbstfindung nach Rezept: “RÜCKENWIND VON VORN” von Philipp Eichholtz

Man nehme eine Berliner Lehrerin Ende zwanzig, ihren spießigen Freund mit Eisprung-App, einen grundsympathischen Kollegen samt Wohnwagen sowie eine Oma im Paintball-Kostüm und lasse das Ganze zugedeckt bei milder Hitze etwa 77 Minuten köcheln. Dann gebe man eine Portion Wanderlust und reichlich gesellschaftlichen Druck zur Familienplanung hinzu, lösche alles mit ein paar Feel-Good-Songs ab und... Weiterlesen
Nicht in guten Händen: "Home" von Fien Troch

Nicht in guten Händen: “Home” von Fien Troch

Wir bedienen uns zwar unserer Münder, um zu sprechen, aber nicht notwendigerweise, um das Innere wirklich zu verlauten. Gedanken und deren Klänge müssen nicht im Einklang sein – falls überhaupt etwas herauskommt. Die Fläche unserer Körper ist lautlos, aber lauter. Unsere Mimik, unsere eigenen Hände – unsere Verräter. So wie Ungeduld durch die Knie und... Weiterlesen
Stilisierter Antiheld: "A Beautiful Day" von Lynne Ramsay

Stilisierter Antiheld: “A Beautiful Day” von Lynne Ramsay

Joe hat mit dem Leben abgeschlossen. Aus seiner Zeit beim Militär kehrte er, ein ohnehin schon durch Traumata geplagter Mann, nun völlig gebrochen in eine farb- und freudlose Welt zurück. Seine pflegebedürftige Mutter bildet für ihn den letzten Bezugspunkt. Zur Aufarbeitung alter Sünden, vielleicht auch in Ermangelung echter Alternativen, hat Joe es sich zur Aufgabe... Weiterlesen
ICH WEIß NICHT, OB DAS LIEBE IST:  "MÄNNERFREUNDSCHAFTEN" VON ROSA VON PRAUNHEIM

ICH WEIß NICHT, OB DAS LIEBE IST: “MÄNNERFREUNDSCHAFTEN” VON ROSA VON PRAUNHEIM

In die Weltpremiere von MÄNNERFREUNDSCHAFTEN habe ich mich mehr wie in ein Fest gestürzt, als dass ich mich auf ein Kinoerlebnis eingestellt hätte. Der Film hat mich erwartungsgemäß mitgenommen in eine krude Mischwelt aus Schauspiel-Workshop, Expert_innengespräch zwischen Geschichtsbüchern, Reenactment inklusive tintetriefe nder Federn, die sinnierend ans Kinn gehalten werden, nackten Männerkörpern …und immer wieder Schafherden.... Weiterlesen
Leere Straßen und laute Musik: "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" von Sobo Swobodnik

Leere Straßen und laute Musik: “6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU” von Sobo Swobodnik

Kaum ein Thema hat die Deutschen in den letzten Jahren mehr beschäftigt als die Mordserie des Nationalsozialistische Untergrunds (NSU). Unzähligen Zeitungsartikel, Reportage, Dokumentationen und Fernseh-Schwerpunkte erzählten uns von Taten, TäterInnen und den Fehlern der Behörden. Es wurden Untersuchungsausschüsse gegründet, es wurden zivilgesellschaftliche Initiativen gegründet (NSU-Watch). Museen wie die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank zeigen ganze Ausstellungen.... Weiterlesen
TANZVERWEIGERUNG UND SORGFALTKUCHEN: "RÜCKENWIND VON VORN" VON PHILIPP EICHHOLTZ

TANZVERWEIGERUNG UND SORGFALTKUCHEN: “RÜCKENWIND VON VORN” VON PHILIPP EICHHOLTZ

…ähm, Moment. Was wollte ich denn überhaupt nochmal? Es wäre schön, einfach mal spontan in den Supermarkt der Lebensentscheidungen hineinzuspazieren. Frei von jeglichen vom Festhalten in der Hand geknüllten Lebenseinkaufslisten. Keine präfabrizierten, von der Firma „Üblich & Erwartungsmann“ en gros angebotenen Zettel. Und einfach mal die aus den Lautsprechern ertönende, Senf gebende „Senfonie“ der nicht... Weiterlesen
Die Gretchenfrage: "MÄNNERFREUNDSCHAFTEN" von Rosa von Praunheim

Die Gretchenfrage: “MÄNNERFREUNDSCHAFTEN” von Rosa von Praunheim

Wer Rosa von Praunheims MÄNNERFREUNDSCHAFTEN geschaut mit Augen, mag historische Fakten in einer fantasievollen Welt aufsaugen. Passagen aus Gedichten, Briefen, Dramen der Weimarer Klassik werden zitiert, und zeitgleich von kostümierten und geschminkten Darsteller_innen inszeniert. Berge an Büchern, blühende Blumen und bildhübsche Knaben am See, der Blick steht, hebt und senkt von der gepuderten Perücke bis... Weiterlesen
Zu Hause ist es am schlimmsten: "HOME" von Fien TROCH

Zu Hause ist es am schlimmsten: “HOME” von Fien TROCH

Perspektive erfordert stets einen festen Ort, eine einnehmbare Position, von welcher der Blick in eine bestimmte Richtung geworfen werden kann. Sie steht für das Verhältnis zwischen den Dingen, liefert Klarheit, Erkenntnis und Sicherheit. Jeder wünscht sich Sicherheit, und jeder wünscht sich eine Perspektive im Leben. Wenn der sichere Boden unter den Füßen aber fehlt, dann... Weiterlesen
FRANZ BIBERKOPF RELOADED: "SOLLERS POINT" von Matt Porterfield

FRANZ BIBERKOPF RELOADED: “SOLLERS POINT” von Matt Porterfield

Für eine gute Geschichte ist ein Held vonnöten, der ein Ziel verfolgt. So die goldene Regel jeder Drehbuchklasse. Ein Protagonist, der ein Ziel im Blick hat, treibt eine Erzählung voran, macht sie lesenswert und spannend. Ausnahmen bestätigen so ein Gesetz schon mal, da wäre zum Beispiel Döblins “BERLIN ALEXANDERPLATZ“, dass in den Achtzigern von Rainer... Weiterlesen