Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Spielfilm
Ein Ort des Glücks: : "MY HAPPY FAMILY" von Nana & Simon

Ein Ort des Glücks: : “MY HAPPY FAMILY” von Nana & Simon

Verändert sich das Gefühl von Glück aus der Perspektive des Alters? Manana (Ia Shugliashvili), Lehrerin, Mutter und Ehefrau steigt zusammen mit einer Wohnungsmaklerin die Treppen eines heruntergekommenen Wohnhauses inmitten eines tristen Wohngebietes im georgischen Tiflis hinauf. Die ihr gezeigte kleine Wohnung ist verwohnt, schmutzig und wirkt unbehaglich. Für Manana stellt sie jedoch den Inbegriff von... Weiterlesen
Kein Coming of Age: "FILTHY"  von Tereza Nvotová

Kein Coming of Age: “FILTHY” von Tereza Nvotová

Vernebelung und Vergessen gehen ganz schnell im Filmdebüt Tereza Nvotovás. Einmal ruhig durchatmen und runterzählen – 1,2,3,4. Doch holt einen die Vergangenheit nicht trotzdem irgendwann wieder ein? Bittersüß schmeckt der Übergang zur Adoleszenz und schmutzige Erinnerungen treiben in ein verzweifeltes Verstummen. Doch wie weit kann und darf ein Schweigen gehen, und was bringt es damit... Weiterlesen
Macho-Kino aus Russland: "ICEBREAKER" von Nikolay Khomeriki

Macho-Kino aus Russland: “ICEBREAKER” von Nikolay Khomeriki

Es gibt Filme, die so voller Klischees sind, dass man dabei eigentlich keine Sekunde lang Spaß haben will. Der russische Katastrophenfilme ICEBREAKER ist einer dieser Filme – eine vom russischen Kulturministerium mitfinanzierte Großproduktion, die von dem sowjetischen Forschungsschiff Micheal Gromow erzählt, das 1985 fast fünf Monate im arktischen Eis eingeschlossen ist. Zum Glück spart sich... Weiterlesen
Suizid in fünf Tagen: "REQUIEM FOR MRS J.“ von Bojan Vuletic

Suizid in fünf Tagen: “REQUIEM FOR MRS J.“ von Bojan Vuletic

„Ich brauche nur eine einzige Kugel“, sagt sie und streckt dem Mann im Geschäft ihre Hand mit der Pistole entgegen. Der Mann mustert sie und fragt, ob es ihr gut gehe. Wie immer antwortet Frau J. auf diese Frage mit der gleichen Lethargie in ihrer Stimme, wenn sie nach ihrem Seelenleben gefragt wird: „Ja danke,... Weiterlesen
Rumänisches Arthouse goes Genre: "FIXER" von Adrian Sitaru

Rumänisches Arthouse goes Genre: “FIXER” von Adrian Sitaru

In Paris wird ein Freier verhaftet. Die Anklage lautet: Kauf sexueller Handlungen. Später stellt sich heraus, die Prostituierte war eine 14-Jährige Rumänin, die von Menschenhändlern nach Frankreich verschleppt wurde. Das ist die Ausgangslage von FIXER, dem neuen Spielfilm von Adrian Sitaru. Es ist ein Thriller über Journalisten in Rumänien, denen jedes Mittel recht ist für... Weiterlesen
Torte gegen das Patriarchat: "MY HAPPY FAMILY" von Nana & Simon

Torte gegen das Patriarchat: “MY HAPPY FAMILY” von Nana & Simon

Iss was Vernünftiges zu Mittag, nicht Torte! Feiere deinen Geburtstag mit den Gästen! Mach dies gefälligst und das nicht! Für einen Außenstehenden mag der ständige Zwist in einem scheinbar typischen georgischen Dreigenerationen-Haushalt harmlos wirken. Doch an Mananas 52. Geburtstag bringt ein letzter Tropfen das Fass zum Überlaufen: Sogar das Alleinsein wird ihr verwehrt. Die fürsorgliche... Weiterlesen
Ruhig die Bilder. Laut die Erschütterung: "EXILED" von Dāvis Sīmanis

Ruhig die Bilder. Laut die Erschütterung: “EXILED” von Dāvis Sīmanis

Weit aufgerissene Augen. Laute Schreie. Leiser Atem. Ein Schuss. Ein Pfeifen. Stille. Seine Mutter ist tot. Jetzt ist Kaspar auf sich allein gestellt. Er flüchtet, wird bald gejagt. Er ist eine „Kreatur“, zerzauste Haare, dreckige Klamotten. Als der deutsche Armeearzt Ulrich ihn im Wald findet, hängt er an einer Metallkette. Vermutlich eine Falle, in die... Weiterlesen
Eine schrecklich nette Familie?: "MY HAPPY FAMILY" von Nana & Simon

Eine schrecklich nette Familie?: “MY HAPPY FAMILY” von Nana & Simon

Schön Quality Time mit Mama unter einer Kuscheldecke oder Katerfrühstück im Bett – Was passt jetzt perfekt?  Genau, ein chick flick! Am besten à la weiße Mittelschichtsmutti bricht aus ihrem faden Alltag aus und macht so ausgeflippte Sachen, die sonst nur für junge Leute sind, wie über die Wiese kugeln oder reisen oder so, und dann... Weiterlesen
Wie viele Neins braucht ein Nein eigentlich?: "MY HAPPY FAMILY" von Nana & Simon

Wie viele Neins braucht ein Nein eigentlich?: “MY HAPPY FAMILY” von Nana & Simon

Manana sitzt im Klassenzimmer und spricht mit ihrer Schülerin. Im letzten Monat war das Mädchen so gut wie gar nicht in der Schule, weil sie sich von ihrem Ehemann scheiden ließ. Man muss konsequent „Nein“ sagen und dann auch dazu stehen. „Oder was meinen Sie dazu?”. Manana schaut schweigend auf den Tisch, steht langsam auf... Weiterlesen
A Peace of Mind: "MY HAPPY FAMILY" by Nana & Simon

A Peace of Mind: “MY HAPPY FAMILY” by Nana & Simon

I am leaving. I am leaving. No, no. Pay no attention to those utterings. Wipe them anew with a cloth every time they emerge, just like stains of spilled cherry juice on the inside of a fridge. Let them dissolve themselves in their semantic satiation, on the lips of a woman disintegrating from the ever... Weiterlesen
how manana got herself back: "MY HAPPY FAMILY" von Nana & Simon

how manana got herself back: “MY HAPPY FAMILY” von Nana & Simon

müde, verspannt und etwas neben mir stehend sitze ich in dem kuscheligen sitz des caligari kinos in wiesbaden. fasziniert von der decke starre ich hoch auf die messingfarbenen blätter, hinter der sich lampen verbergen. zunächst kämpfe ich noch mit mir -should i stay or should i go now- ist die frage, die ich mir stelle,... Weiterlesen
Undurchsichtige Fremde: "THE SUN, THE SUN BLINDED ME" von Anka und Wilhelm Sasnal

Undurchsichtige Fremde: “THE SUN, THE SUN BLINDED ME” von Anka und Wilhelm Sasnal

Rafał geht gerne laufen. Jeden Tag. Viel mehr erfahren wir nicht über den Protagonisten in Anka und Wilhelm Sasnals fünften gemeinsamen Langspielfilm THE SUN, THE SUN BLINDED ME. Rafał spricht selten. Als er der Beerdigung seiner Mutter beiwohnt sind bei ihm keine emotionalen Regungen erkennbar, selbst dann nicht, als er später kaltblütig einen Geflüchteten erschlägt. Es wird die... Weiterlesen