Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Frankreich
Eine universelle Geschichte von Exil und Diaspora: "Armenia" von M.A. Littler

Eine universelle Geschichte von Exil und Diaspora: “Armenia” von M.A. Littler

100 Jahre nach den Massakern am armenischen Volk nimmt uns der Schauspieler Alain Croubalian mit auf eine Reise von Basel über Marseille und Jeriwan bis in die entlegenen Bergregionen des Kaukasus. Wenig erfahren wir dabei aus seiner Familiengeschichte. Haben die Vertriebenen jegliche Erinnerung mit in ihre Gräber genommen? Alain Croubalians Urgroßvater arbeitete in Damaskus, als... Weiterlesen
DEM BLINDEN VERTRAUEN: "THE APPLE OF MY EYE" von Axelle Ropert

DEM BLINDEN VERTRAUEN: “THE APPLE OF MY EYE” von Axelle Ropert

Vielleicht lässt sich über THE APPLE OF MY EYE vorweg sagen, dass seine Leichtigkeit das eigentlich Schöne am Film ist, denn gerade diese Leichtigkeit erschafft der Film gleich zu Beginn und entlässt damit seine Zuschauer*innen aus dem Dunklen auch wieder – vielleicht mit einer neuen Sensibilität für die Bilder, die sie draußen empfangen, denn im... Weiterlesen
FRAUEN IM FILMGESCHÄFT UND ANDERE TRAGÖDIEN: SARAH WINCHESTER VON BERTRAND BONELLO

FRAUEN IM FILMGESCHÄFT UND ANDERE TRAGÖDIEN: SARAH WINCHESTER VON BERTRAND BONELLO

Eine Klage war auf der diesjährigen Berlinale besonders oft zu hören: Frauen im Filmgeschäft sind unterrepräsentiert. Nur 2 von insgesamt 21 Beiträgen im Wettbewerb der 66. Berlinale sind von Frauen produziert worden. Ähnlich ernüchternd klingen die Statistiken, die der Bundesverband Regie vor zwei Jahren veröffentlicht hat: Nur ein Drittel der Fördergelder kam bis dahin Filmprojekten von Regisseurinnen... Weiterlesen
Das Gewehr hängt da schon lange: "Tod in Sarajevo" von Danis Tanović

Das Gewehr hängt da schon lange: “Tod in Sarajevo” von Danis Tanović

Als die aufgelöste Rezeptionistin Lamija das Büro ihres Vorgesetzten Omer stürmt und ihn bei der Suche nach ihrer entführten Mutter um Hilfe bittet, ist er zu keiner anderen Reaktion fähig, als sie sexuell zu belästigen. Während Lamija ihn unter Tränen darum bittet aufzuhören, knöpft er ausdruckslos ihre Bluse auf und packt resigniert an ihre Brüste.... Weiterlesen
Valentinstag in Varanasi: "MASAAN" von Neeraj Ghaywan

Valentinstag in Varanasi: “MASAAN” von Neeraj Ghaywan

Dass das indische Kino weitaus mehr als farbenfrohe Tanzeinlagen und Bollywood-Gesang zu bieten hat, zeigt uns der aufstrebende Regisseur Neeraj Ghaywan mit seinem Debütfilm MASAAN. Bei der Erstaufführung auf dem Filmfest in Cannes wurde das Drama von der Kritikergarde frenetisch aufgenommen und ernetete fünfminütige Standing Ovations. Auch bei seiner Deutschlandpremiere auf dem 9. LICHTER Filmfest... Weiterlesen
MUTTER, MUTTER, VATER, KIND / MUTTERSCHUTZ MAL ZWEI: "Maman(s)" von Maïmouna Doucouré

MUTTER, MUTTER, VATER, KIND / MUTTERSCHUTZ MAL ZWEI: “Maman(s)” von Maïmouna Doucouré

MUTTER, MUTTER, VATER, KIND Mutter, Vater, Bruder und Schwester. Das was gemeinhin – jedenfalls im sogenannten Westen – als klassisches Familienmodell aufgefasst wird, malt die kleine Aida als ihre Familie mit Wachsmalstiften auf. Kurz darauf wird ihre Sicht auf die Welt plötzlich erschüttert, als ihr Vater bei seiner Rückkehr aus dem Senegal eine fremde Frau... Weiterlesen
Trash mit flachen Dialogen

Trash mit flachen Dialogen

Bunte Neonfarben und aufblitzende Pop-Art-Gesichter: Schon der Vorspann von Les Coquillettes schmerzt in den Augen. Und diese sind nicht das einzige Sinnesorgan, das auf die Probe gestellt wird. Dabei scheint die Story an sich doch gar nicht so unspektakulär. Drei Freundinnen auf dem Weg zum Locarno-Filmfestival, um dort einen ihrer Filme vorzustellen, haben scheinbar bloß alle... Weiterlesen
Was bleibt — Über Guillaume Bracs „Tonnerre“

Was bleibt — Über Guillaume Bracs „Tonnerre“

In alter Zeit kamen die Menschen ins nordfranzösische Provinznest Tonnerre, um zu sterben. Das Örtchen war für sein Hospiz bekannt, das später als Krankenhaus und Altenheim diente. Was davon bis heute blieb, sind alte Gemäuer, unterirdische Tunnel, Sehenswürdigkeiten für Touristen. Die Frage, was Maxime (Vincent Macaigne), den Protagonisten von Guillaume Bracs Langspielfilmdebüt „Tonnerre“ in das... Weiterlesen
Zwischen Leere und Liebe – Guillaume Bracs "Tonnerre"

Zwischen Leere und Liebe – Guillaume Bracs “Tonnerre”

Maxime sitzt allein in einem verdunkelten Zimmer und spielt melancholische Akkorde auf seiner E-Gitarre. Höchstwahrscheinlich ist es lang nach Mitternacht. Seine langen Haare umranden verworren sein unrasiertes Gesicht und verdecken nur notdürftig eine kahl werdende Stelle auf seinem Hinterkopf. Am nächsten Morgen weckt ihn sein Vater. Maxime liegt noch verschlafen in seinem Bett. Verschlafen ist... Weiterlesen