Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Genre
Dem allwissenden Erzähler die Kamera weggenommen: "Bikini Moon" von Milčo Mančevski

Dem allwissenden Erzähler die Kamera weggenommen: “Bikini Moon” von Milčo Mančevski

Bikini ist eine Kraft, das ist von Anfang an klar. Das Dokumentarfilmteam, welches sie begleitet, wird angeleitet von dem Regisseur Trevor (Will Janowitz). Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bikinis schweren Weg zurück in die Normalität festzuhalten, mit allem, was seiner Meinung nach dazugehört: Aufarbeitung der traumatischen Ereignisse während Bikinis Einsatz im Irak, ihre... Weiterlesen
FRANZ BIBERKOPF RELOADED: "SOLLERS POINT" von Matt Porterfield

FRANZ BIBERKOPF RELOADED: “SOLLERS POINT” von Matt Porterfield

Für eine gute Geschichte ist ein Held vonnöten, der ein Ziel verfolgt. So die goldene Regel jeder Drehbuchklasse. Ein Protagonist, der ein Ziel im Blick hat, treibt eine Erzählung voran, macht sie lesenswert und spannend. Ausnahmen bestätigen so ein Gesetz schon mal, da wäre zum Beispiel Döblins “BERLIN ALEXANDERPLATZ“, dass in den Achtzigern von Rainer... Weiterlesen
DENN SIE SCHEITERN AN DEM WAS SIE TUN: GREEN WHITE GREEN VON ABBA T. MAKAMA

DENN SIE SCHEITERN AN DEM WAS SIE TUN: GREEN WHITE GREEN VON ABBA T. MAKAMA

Es kommt nicht häufig vor, dass Filme aus Nigeria weltweit auf sich aufmerksam machen, und bei GREEN WHITE GREEN ist das auch kein Zufall: Regisseur Abba T. Makama (HEAVEN) richtet sich mit diesem Film vor allem an das ausländische Publikum, dem er das moderne Nigeria zeigen möchte. Auf der 3. Woche der Kritik wurde GREEN WHITE... Weiterlesen
NACHTS, WENN GOTT NICHT ZUSCHAUT: "RAVING IRAN" VON SUSANNE REGINA MEURES

NACHTS, WENN GOTT NICHT ZUSCHAUT: “RAVING IRAN” VON SUSANNE REGINA MEURES

“Die Regierung liebt es, belogen zu werden“, spricht jemand vor dem Ministerium für islamische Führung, während eine verwackelte Handykamera den Fokus auf die dicht besiedelten Strassen Teherans fixiert. Zu fahrlässig würde hier ein Filmteam arbeiten, das seine Kameralinsen öffentlich auf den Redner solcher Sätze richtet. Im Stil dieser tarnenden Smartphone-Ästhetik drehte Masterabsolventin Susanne Regina Meures... Weiterlesen
Heilsamer Abschied: "Journey to the Shore" von Kiyoshi Kurosawa

Heilsamer Abschied: “Journey to the Shore” von Kiyoshi Kurosawa

An einem Abend steht plötzlich der Geist von Yusuke (Tadanobu Asano) im Wohnzimmer, setzt sich an den Esstisch und macht sich über den Nachtisch her. Mizuki (Erik Fukatsu), eine noch recht junge melancholische Klavierlehrerin im Ballungsraum von Tokio, trifft dieses unverhoffte Wiedersehen in ihrer Wohnung wie ein Schlag. Seit dem Tod ihres Ehemanns Yusuke vor... Weiterlesen
Jung, Sexy, Antisemit: "BURNING LOVE" von Alberto Caviglia

Jung, Sexy, Antisemit: “BURNING LOVE” von Alberto Caviglia

Die Antisemiten lieben es zu hassen. Ihnen das Hassen zu verbieten, würde ihnen das Lieben verleiden. In Alberto Caviglias Debütfilm BURNING LOVE (PECORE IN ERBA) ist dieser Umstand der Beginn von Leonardo Zulianis (Davide Giordano) Leidensgeschichte. Anfang der 1980er erblickt er in Rom die Welt und fällt schon früh durch ungewöhnliches Verhalten auf – Leonardo ist... Weiterlesen
"Der Film beginnt, wenn er zu Ende ist." - Cinema. A Public Affair von Tatiana Brandrup

“Der Film beginnt, wenn er zu Ende ist.” – Cinema. A Public Affair von Tatiana Brandrup

Der Dokumentarfilm „Cinema. A Public Affair“ (D 2015) von Tatiana Brandrup nimmt den Zuschauer mit auf die Reise des Kinofilms. Mit nach Moskau ins „Musey Kino“, wo Filmenthusiasten den Kampf gegen den Fall ihrer Herzensangelegenheit bestreiten – unaufhörlich und ehrlich. Film ist Kunst und keine schwarz-weiße Predigt Die russische Dokumentarfilmerin Tatiana Brandrup rekonstruiert in „Cinema.... Weiterlesen
„Sie kiffen, sie trinken, sie gehen auf Partys. Sie sind typische Studenten.“ – „Die Augen des Engels“ von Michael Winterbottom

„Sie kiffen, sie trinken, sie gehen auf Partys. Sie sind typische Studenten.“ – „Die Augen des Engels“ von Michael Winterbottom

„Die Augen des Engels“ von Michael Winterbottom („The Killer Inside Me“) ist ein Film, der lose auf den Geschehnissen um die Amerikanerin Amanda Knox basiert, die über sieben Jahre lang mit dem Mord an einer Austauschstudentin in Italien belastet wurde. Erst im März diesen Jahres wurde sie freigesprochen. Der Thriller wartet mit einer namentlich hochkarätigen... Weiterlesen
„Foodporn“ vom Feinsten - Kiss the Cook - So schmeckt das Leben („Chef“) von und mit Jon Favreau

„Foodporn“ vom Feinsten – Kiss the Cook – So schmeckt das Leben („Chef“) von und mit Jon Favreau

Jon Favreau ist Schauspieler. Und dreht selbst Filme. Gelegentlich schreibt er auch mal Drehbücher. In „Chef“ hat er kurzerhand alle drei Rollen übernommen und schlüpft in die Rolle der Hauptfigur Carl Casper. Dieser ist ein gefragter Mann und Chefkoch im Restaurant von Riva (Dustin Hoffman). Der experimentierfreudige Koch liegt immer wieder im Clinch mit seinem... Weiterlesen
Eine Tour de Force der Moral: "Urok" beim "goEast"-Filmfestival 2015

Eine Tour de Force der Moral: “Urok” beim “goEast”-Filmfestival 2015

Wann ist eine Tat richtig und gut? Wann ist sie moralisch? Die Lehrerin Nadentze scheint in „Urok“, gezeigt im Rahmen des „goEast“-Filmfestivals 2015, auf diese schwerwiegenden Fragen zunächst eine klare Antwort zu haben. Ihren Schülern will sie vermitteln, dass das Stehlen eines Geldbeutels sicher nicht auf dem Weg liegt, den ein mündiger, moralischer Mensch geht. Sollte man... Weiterlesen
Weder gut genug als Wolf, noch als Mensch - Ničije Dete („Niemandskind“) von Vuk Ršumović

Weder gut genug als Wolf, noch als Mensch – Ničije Dete („Niemandskind“) von Vuk Ršumović

Jäger erledigen im Wald einen Wolf und finden kurz darauf einen nackten Jungen (Denis Murić). Ohne Ausweise, geschweige denn Hab und Gut, und unfähig zu sprechen, wird der Junge von einer Beamtin auf den Namen Haris Pućurica getauft und in ein Kinderheim in Belgrad gebracht. So beginnt im Jahr 1988 die Erzählung des Jungen, die... Weiterlesen
Gelebte Gegenwart - "Juliregen" von Marlen Khutsiev

Gelebte Gegenwart – “Juliregen” von Marlen Khutsiev

Moskau im Sommer, Regen im Juli. Marlen Khutsiev betrachtet in Juliregen / Iyulskiy dozhd die aufstrebende Tauwetter-Generation mit einem gleichsam neugierigen und kritischen Blick. Es bedarf des Zufalls, dass sich aus der anonymen Masse einige der Passanten herausschälen, um unter einem Dach Zuflucht vor einem heftigen Regenschauer zu suchen, und dabei ins Gespräch kommen. Wie lange... Weiterlesen