Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
dokumentarisches Format
Geschichte einer Sklavin: "A WOMAN CAPTURED" von Bernadett Tuza-Ritter

Geschichte einer Sklavin: “A WOMAN CAPTURED” von Bernadett Tuza-Ritter

Ich bin geschockt. Und traurig. Muss erstmal ein bisschen durchatmen. Möchte darüber sprechen, diese Geschichte mit anderen teilen, darauf aufmerksam machen. Eine Handkamera, zwei Frauen, eine vor der Kamera und eine dahinter. Die eine kann jederzeit gehen, die andere nicht. Sie ist eine Gefangene, eine Sklavin, die keine Identität mehr besitzt und kein Geld verdient.... Weiterlesen
Eine sinnliche Beobachtung: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Eine sinnliche Beobachtung: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Es ist weder ein Film über, noch mit dem Menschen als Protagonisten. Es ist ein Film über einen Ort, der dem Menschen fremd geworden und dessen Teil er nicht mehr ist. Es ist ein Film über die Flora und Fauna jahrtausendalter Waldgebiete Litauens. Eine filmische Ode an den baltischen Wald als ursprünglichen Lebensraum für eine... Weiterlesen
Fremdkörper Mensch: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Fremdkörper Mensch: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

In THE ANCIENT WOODS lässt Regisseur Mindaugas Survilla die Zivilisation hinter sich zurück. In langen, schwelgenden Einstellungen wird das Leben der Flora und Fauna in einem dichten Wald in dokumentarischer Form dargestellt. Dies geschieht ohne die Zuhilfenahme eines Kommentars. Sowohl ein Off-Sprecher als auch Titeleinblendungen sind hier nicht anzutreffen. Was vorherrscht ist Stille, jedoch nur... Weiterlesen
Unverfälschte Natur: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Unverfälschte Natur: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Auf den ersten Blick hat Mindaugas Survilas zweiter Dokumentarfilm nicht viel zu bieten: Keine Dialoge, kein Voice-Over, kein ein einziges gesprochenes Wort und keine Musik. Keine Rahmung, Verortung, übergeordnete Dramaturgie oder Handlung. Keine klassischen Figuren, kein wirklicher Anfang und kein wirkliches Ende. Was bleibt ist ein Film der puren Beobachtung. In langen Einstellungen schweift die... Weiterlesen
An das Leben: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

An das Leben: “THE ANCIENT WOODS” VON MINDAUGAS SURVILA

Erschaffen aus dem Staub der Sterne schwimmt es an die Oberfläche hinaus ins kühle Weiß des Schnees Krächzen, krähen, klagen ein Zeichen geben Existenz ein Kampf Leben – Überleben ein stetiger Kampf Der Blick durchs Grün gen weißen Himmel Bäume tanzen drohen zu stürzen doch Halt finden sie im Grünen Vom Großen zum Kleinen oben... Weiterlesen
Wie man in den Wald hineinschaut: "THE ANCIENT WOODS" von Mindaugas Survila

Wie man in den Wald hineinschaut: “THE ANCIENT WOODS” von Mindaugas Survila

Ein Affe grinste 2011 in eine Kamera und der Kamerabesitzer wurde verklagt. Der vermeintliche Fotograf David Slater hätte kein Recht am Bild, argumentierte die Tierschutzorganisation Peta, schließlich betätigte der Affe selbst den Auslöser. Inzwischen haben Angeklagter (Slater) und Kläger (Peta und der Affe) sich geeinigt; das Foto wurde durch die Kontroverse doppelt berühmt. Die beim... Weiterlesen
A critique of Nothing: "IN PRAISE OF NOTHING" von Boris Mitić

A critique of Nothing: “IN PRAISE OF NOTHING” von Boris Mitić

“But who am I to say I or we? Am I really Nothing or just my ego’s mercenary?”, grübelt das Nichts zu Beginn von Boris Mitićs ungewöhnlichem Feelgood-Dokumentarfilm IN PRAISE OF NOTHING und stellt dann über 78 Minuten lang alles in Frage. Inspiriert von Erasmus von Rotterdams Satire In Praise of Folly (1513) verleiht Mitić... Weiterlesen
ICH WEIß NICHT, OB DAS LIEBE IST:  "MÄNNERFREUNDSCHAFTEN" VON ROSA VON PRAUNHEIM

ICH WEIß NICHT, OB DAS LIEBE IST: “MÄNNERFREUNDSCHAFTEN” VON ROSA VON PRAUNHEIM

In die Weltpremiere von MÄNNERFREUNDSCHAFTEN habe ich mich mehr wie in ein Fest gestürzt, als dass ich mich auf ein Kinoerlebnis eingestellt hätte. Der Film hat mich erwartungsgemäß mitgenommen in eine krude Mischwelt aus Schauspiel-Workshop, Expert_innengespräch zwischen Geschichtsbüchern, Reenactment inklusive tintetriefe nder Federn, die sinnierend ans Kinn gehalten werden, nackten Männerkörpern …und immer wieder Schafherden.... Weiterlesen
Leere Straßen und laute Musik: "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" von Sobo Swobodnik

Leere Straßen und laute Musik: “6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU” von Sobo Swobodnik

Kaum ein Thema hat die Deutschen in den letzten Jahren mehr beschäftigt als die Mordserie des Nationalsozialistische Untergrunds (NSU). Unzähligen Zeitungsartikel, Reportage, Dokumentationen und Fernseh-Schwerpunkte erzählten uns von Taten, TäterInnen und den Fehlern der Behörden. Es wurden Untersuchungsausschüsse gegründet, es wurden zivilgesellschaftliche Initiativen gegründet (NSU-Watch). Museen wie die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank zeigen ganze Ausstellungen.... Weiterlesen
Die Gretchenfrage: "MÄNNERFREUNDSCHAFTEN" von Rosa von Praunheim

Die Gretchenfrage: “MÄNNERFREUNDSCHAFTEN” von Rosa von Praunheim

Wer Rosa von Praunheims MÄNNERFREUNDSCHAFTEN geschaut mit Augen, mag historische Fakten in einer fantasievollen Welt aufsaugen. Passagen aus Gedichten, Briefen, Dramen der Weimarer Klassik werden zitiert, und zeitgleich von kostümierten und geschminkten Darsteller_innen inszeniert. Berge an Büchern, blühende Blumen und bildhübsche Knaben am See, der Blick steht, hebt und senkt von der gepuderten Perücke bis... Weiterlesen
Das Monster in mir: "YOU HAVE NO IDEA HOW MUCH I LOVE YOU" von Paweł Łoziński

Das Monster in mir: “YOU HAVE NO IDEA HOW MUCH I LOVE YOU” von Paweł Łoziński

„Ich mag das Monster in mir“, gibt Ewa zu. Währenddessen sitzt ihre 25-jährige Tochter Hanna neben ihr und meint, ein Leben ohne ihre Mutter sei für sie selbst besser – dabei laufen ihr Tränen über die Wangen. Tränen sind ein Zeichen von Schmerz, sagt der ihr gegenübersitzende Psychologe daraufhin. Aus den Gesprächen der drei Protagonist*innen... Weiterlesen
Make your tears quiet: "ALL ROADS LEAD TO AFRIN" von Arina Adju

Make your tears quiet: “ALL ROADS LEAD TO AFRIN” von Arina Adju

Weinen ist erlaubt, aber bitte leise. Was sollen die Nachbar*innen sonst denken? Während wir im Fernsehen immer wieder Berichte über das kriegszerstörte Syrien sehen, erfahren wir durch den Film ALL ROADS LEAD TO AFRIN wie der Alltag in der Grenzregion zur Türkei in Afrin trotz katastrophaler Krisen weitergeführt wird und die Zivilgesellschaft vor Ort versucht... Weiterlesen