Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
"One man's trash is another man's treasure" - die Ästhetik des Umweltbewusstseins

“One man’s trash is another man’s treasure” – die Ästhetik des Umweltbewusstseins

Im Rahmen der Nippon Connection Frankfurt am Main und im Programm der NIPPON DOCS AWARDs 2019, lief der Film “From all corners” von Regisseur Ryusuke Okajima. Nicht nur die sympathische Produzentin Yuko Shiomaki war anwesend, auch der Hauptdarsteller Fuyuki Shimazu kam angereist, um Werbung für seine Leidenschaft zu machen: dem nachhaltigen Weiterverwenden von gebrauchten Kartons... Weiterlesen
"Asako 1&2" – Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und (k)ein Tapir

“Asako 1&2″ – Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und (k)ein Tapir

Inhalt Der Film beginnt mit der kurzen aber intensiven Begegnung zwischen dem Mädchen Asako und dem Mädchenschwarm Baku. Er verkörpert den Freigeist und ist ihre erste große Liebe. Sie muss ja glücklich sein, wenn er sich für sie interessiert, denn sie ist ja nicht unbedingt eine Schönheit, urteilt die Mutter pragmatisch. Er wird nie ohne... Weiterlesen
Außerhalb der eigenen Komfortzone: orientierungslos und fließend

Außerhalb der eigenen Komfortzone: orientierungslos und fließend

Am Abend des Vaterstags lief im Rahmen der Nippon Connection der Experimentalfilm „Memento Stella“ von Takashi Makino in seiner Deutschlandpremiere im Filmmuseum Frankfurt am Main. Als ein „Special Screening“. Und speziell war es bestimmt auch für einige Zuschauer (wenn wir dem Klang des Stöhnens und Seufzens am Anfang folgen), denn als ungeübter Betrachter von experimentellen... Weiterlesen
Von der Wertschätzung menschlicher Gefühle: Arc Filmfestival Mainz

Von der Wertschätzung menschlicher Gefühle: Arc Filmfestival Mainz

Zum dritten Mal begrüßte das Arc Filmfestival mit seiner familiären und warmherzigen Atmosphäre die weitgereiste, junge und internationale Filmemacherszene. Die Selektion war liebevoll zusammengestellt: Aus der besonders schön benannten Rubrik „Celebrating Diversity“, die als Statement nicht nur fürs Filmische, sondern auch für Gesellschaftliches stehen konnte, stellen wir hier kurz drei bemerkenswerte Filme aus dem Programm... Weiterlesen
Den Lebenshärten mit Humor begegnen: „Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt“

Den Lebenshärten mit Humor begegnen: „Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt“

Adilkhan Yerzhanovs Film beginnt mit dem poetischen Bild einer Blume. Eine Biene ist irritiert, als Blut auf sie tropft, sie lässt sich aber dadurch nicht beirren. Dann Cut auf den harten Kampf des Lebens: zwei Männer, scheinbar ineinander verbissen, auf Leben und Tod. Die Bilder: jetzt schon wie aus einem Gemälde. Die Inhalte: jetzt schon... Weiterlesen
Körpererfahrung im Kinosessel: Vom Unbehagen einer gefesselten Zuschauerin

Körpererfahrung im Kinosessel: Vom Unbehagen einer gefesselten Zuschauerin

Warum gehen wir heutzutage eigentlich noch ins Kino? Für mich persönlich wird diese Frage als eine rein rhetorische entlarvt, sobald ich den Kinosaal betrete und diese spezifische Magie spüre: eine mysteriöse Macht, die auf meinen vermeintlich passiven Zuschauerinnenkörper einwirkt, ihn unweigerlich aktiviert, etwas mit ihm anstellt, sodass ich mich dem Geschehen auf der Leinwand vertrauensvoll... Weiterlesen
Sinnbild der jungen Generation: "MOMENTS" von Beata Parkanová

Sinnbild der jungen Generation: “MOMENTS” von Beata Parkanová

Anežka, eine Frau Anfang 20, sitzt weinend in einem modern eingerichteten Zimmer, das von weißen Farbtönen dominiert ist. Die Psychologin ihr gegenüber wirkt in ihrem himmelblauen Kleid fast fehl am Platz. Sie fragt: „Was brauchst du, Anežka?“ Mehrere Minuten der Stille vergehen, bevor Anežka schluchzend antwortet: „Ich weiß es nicht“. Diese kurze Szene steht symbolisch... Weiterlesen
Etwas Ungreifbares fassbar machen: der kollektive Abschlussbericht des Workshop der Kritik 2019

Etwas Ungreifbares fassbar machen: der kollektive Abschlussbericht des Workshop der Kritik 2019

Ein Festival voller Höhen und Tiefen. Große Gefühle und harte Enttäuschungen. Zwischen Kippen und Kaffee, Tanzfläche und Kinosaal. Filme, die mich berührt haben, Filmgespräche, die mich zu Weißglut gebracht haben. Und ein ganz wunderbarer Workshop. Ein Fest der Kulturen. Etwas Ungreifbares fassbar machen, das stand im Mittelpunkt. Themen die als selbstverständlich gelten, sind es vielleicht... Weiterlesen
UNDERREACTING: "YOU ARE OVERREACTING" von Karina Paciorkowska (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

UNDERREACTING: “YOU ARE OVERREACTING” von Karina Paciorkowska (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

Eine gesichtslose Frau zappt durchs Fernsehen: auf jedem Kanal kommen ihr sexistische Sprüche und Bilder sexualisierter Frauen entgegen. Sie geht hinaus aus ihrer Wohnung um all dem zu entkommen, aber hört die gleichen Sprüche im Radio, auf der Straße, und sieht sie auf Plakaten. Sie kann all‘ dem nicht entkommen. In nur knapp vier Minuten... Weiterlesen
GLEICHFÖRMIGKEIT, GEZEICHNET: "A DEMONSTRATION OF BRILLIANCE IN FOUR ACTS"  von Morten Tšinakov undLucija Mrzljak (Anarcho Shorts)

GLEICHFÖRMIGKEIT, GEZEICHNET: “A DEMONSTRATION OF BRILLIANCE IN FOUR ACTS” von Morten Tšinakov undLucija Mrzljak (Anarcho Shorts)

[1] Der Ordnung zum Trotz In dieser Welt hat alles seinen Platz. Die Dinge stehen im rechten Winkel zueinander, Menschen kommen erwachsen zur Welt und werden auf ihre Nützlichkeit hin untersucht. Wenn der Strommast umzukippen droht, kommt ein Vogel geflogen, der sich zur Stabilisation auf die leichtere Seite setzt. In nahezu meditativen Wiederholungen lernen wir... Weiterlesen
Die Heilige Ramona Gottes: "ENGELCHEN" VON Helke Misselwitz (1997)

Die Heilige Ramona Gottes: “ENGELCHEN” VON Helke Misselwitz (1997)

Heilige Maria, die arme Frau. Mit diesem Gefühl verlassen wohl die meisten Zuschauer*innen das Drama ENGELCHEN von Helke Misselwitz aus dem Jahr 1997. Ramona, eine junge einsame Ostberlinerin, die in einer Lippenstiftfabrik am Fließband arbeitet, lernt durch Zufall Andrejz kennen. Ramona ist eine der wenigen Menschen, die dem Polen zuhören und sich abseits seiner illegalen... Weiterlesen
Not a Victim: "PRISONER OF SOCIETY" von Rati Tsiteladze (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

Not a Victim: “PRISONER OF SOCIETY” von Rati Tsiteladze (RHEINMAIN KURZFILMPREIS)

Mother, Father, Adelina, Family. Das sind die vier Kapitel des 19-minütigen Kurzfilm PRISONER OF SOCIETY. Adelina lebt abseits der Gesellschaft, ist unter Hausarrest gestellt. Ihr Vater schafft es noch nicht einmal ihren Namen zu sagen und spricht sie konsequent mit männlichem Pronomen an. Ihre Mutter hat einfach nur Angst. Regisseur Rati Tsiteladze inszeniert eine junge,... Weiterlesen