Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops unter der Leitung von Bert Rebhandl. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.
Neuste Kritiken
Make Love and War: "Roads Ahead" von Florian Jochum

Make Love and War: “Roads Ahead” von Florian Jochum

Am 23. Mai 1934 wird auf einer Straße in Louisiana das Gangsterpärchen Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Chestnut Barrow von mehreren automatischen Schusswaffen und Schrotflinten durchsiebt. 82 Jahre und drei Tage später stellt Florian Jochum den ersten eigenen Kurzfilm vor. Seine Bonnie heißt Mia, sein Clyde heißt Dean, und sein Louisiana ist das mittelhessische Gießen... Weiterlesen
Mein erstes Mal Anime: "Erinnerungen an Marnie" von Hiromasa Yonebayashi

Mein erstes Mal Anime: “Erinnerungen an Marnie” von Hiromasa Yonebayashi

Animes?, drängt sich in meinem Kopf die Frage auf. Das sind doch diese Kinderfilme aus Japan. Die irgendwelche pubertierenden Leute dazu verleiten, viel zu viel Zeit und Geld zu investieren, um auf obskuren Conventions mit Gleichgesinnten ihrer Leidenschaft für Cosplay zu frönen, in der stetigen Hoffnung darauf, in maßgeschneiderten Kostümen möglichst wie ihre Anime und... Weiterlesen
Heilsamer Abschied: "Journey to the Shore" von Kiyoshi Kurosawa

Heilsamer Abschied: “Journey to the Shore” von Kiyoshi Kurosawa

An einem Abend steht plötzlich der Geist von Yusuke (Tadanobu Asano) im Wohnzimmer, setzt sich an den Esstisch und macht sich über den Nachtisch her. Mizuki (Erik Fukatsu), eine noch recht junge melancholische Klavierlehrerin im Ballungsraum von Tokio, trifft dieses unverhoffte Wiedersehen in ihrer Wohnung wie ein Schlag. Seit dem Tod ihres Ehemanns Yusuke vor... Weiterlesen
Tierwelten und zerlegte Bilder: Experimentelle Kurzfilme beim 29. EMAF

Tierwelten und zerlegte Bilder: Experimentelle Kurzfilme beim 29. EMAF

Das Filmprogramm „Falling into pieces, falling into place“ beim 29. European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück war nicht nur vielfältig und spannend kuratiert, sondern beinhaltete, wie sich herausstellen sollte, auch einen der diesjährigen Preisträgerfilme: WOMAN WITHOUT MANDOLIN von Fabiano Mixo, Preis des Verbands der Deutschen Filmkritik. Fabiano Mixo schafft in seinem Vierminüter, uns mit... Weiterlesen
Kunst als Aktualisierung von Kunstgeschichte: Fabiano Milos "Woman Without Mandolin"

Kunst als Aktualisierung von Kunstgeschichte: Fabiano Milos “Woman Without Mandolin”

Kunstwerke reflektieren oftmals bestehende, gesellschaftliche oder kunsthistorische Diskurse und etablieren auf diese Weise vielschichtige Referenzen zur außerbildlichen Wirklichkeit. In seinem Film WOMAN WITHOUT MANDOLIN aktualisiert der Künstler Fabiano Mixo das Konzept des Kubismus, indem er es in den Bereich des Bewegtbildes transponiert. In seinem vierminütigen, unter anderem auf 16 mm gedrehten Film, ist die Schauspielerin,... Weiterlesen
Unbarmherzige Vergangenheit: "The Waiting Room" von Igor Drijača

Unbarmherzige Vergangenheit: “The Waiting Room” von Igor Drijača

Ein Auto steht aufgebockt in einem Filmstudio. Es ist ein älteres Modell, osteuropäisches Fabrikat; nicht leicht aufzutreiben gewesen, wird Jasmin (Jasmin Geljo) später vom Regisseur (Jordan Barker) zu hören bekommen, als er ein privates Interesse an dem Wagen bekundet. Jasmin fährt gerne Auto, meist in seinem silbernen Volvo; die Innenräume der Fahrzeuge bieten eine der... Weiterlesen
Aus Liebe zum Tod: "The Red Spider" von Marcin Koszałka

Aus Liebe zum Tod: “The Red Spider” von Marcin Koszałka

Auf einem Jahrmarkt rast ein Motorradfahrer mit verbundenen Augen in einem endlosen Loop. Während ein Ansager den gefährlichen Stunt bewirbt, leuchtet Karels Gesicht zum ersten Mal auf. Dem Tod so nah zu sein, in ihn gewissermaßen hineinzufahren und ihm dabei gleichzeitig den Blick zu verwehren – das findet er faszinierend. Es ist einer der wenigen... Weiterlesen
Physiognomie der Rückschläge: "Eva Nová" von Marko Škop

Physiognomie der Rückschläge: “Eva Nová” von Marko Škop

Ungelenk sitzt Eva Nová auf dem Bett ihrer verstorbenen Schwester. Ihr Koffer ist gepackt, denn im Haus, das nun ihrem Sohn gehört, ist sie offensichtlich nicht mehr willkommen. Soeben hat ihr Sohn sie aufgefordert, das Haus zu verlassen. Gerade als sie aufbrechen will, betritt ihre Enkelin das Zimmer und singt ein Lied vor, das sie zusammen einstudiert haben.... Weiterlesen
Das Böse im Schnee: "The Dark House" von Wojciech Smarzowski

Das Böse im Schnee: “The Dark House” von Wojciech Smarzowski

Am Ende des Films kollabiert die verschneite Landschaft des provinziellen kommunistischen Polens in einem Sumpf aus Wodka, billigen Zigaretten und Korruption. Der einzige Mann, der Edward Snordens Unschuld hätte beweisen können, liegt tot im Schnee. Edward rennt um sein Leben, während die restlichen Figuren in der verschneiten Landschaft untergehen. Die Option auf Hoffnung hat es für... Weiterlesen
Miese Stimmung auf der Hütte: “Orizont” von Marian Crișan

Miese Stimmung auf der Hütte: “Orizont” von Marian Crișan

Das Warnblinklicht vor dem Bahnübergang gibt das Signal zum Anhalten. Gehorsam tritt der Mann, der am Steuer sitzt, auf die Bremse. Feigling, meint seine Frau. Es ist doch noch gar kein Zug zu sehen. Mit brennender Kippe steigt sie aus dem Wagen und stellt sich im Licht der Autoscheinwerfer auf die Gleise. Jetzt rollt etwas... Weiterlesen
Die Kranken, das sind die Anderen: "No Place for Fools" von Oleg Mavromatti

Die Kranken, das sind die Anderen: “No Place for Fools” von Oleg Mavromatti

Ich liebe Schwulenpornos, weil es mir gefällt, wie das Sperma nach dem Akt zerfließt, sagt Sergey, während er die Teigtaschen seiner Mutter filmt. Sergey provoziert gerne. Er ist homosexuell und als geistig behindert eingestuft. Und er ist Patriot. Er schreibt Gedichte über sein Heimatland, in denen er es liebevoll „Rossijuschka“ (Russlandchen) nennt. Doch trotz seiner Liebe zum... Weiterlesen
Mein Freund, der Serienmörder: „Die rote Spinne“ von Marcin Koszałka

Mein Freund, der Serienmörder: „Die rote Spinne“ von Marcin Koszałka

Krakau, 1967: In der Stadt treibt ein mysteriöser Serienmörder unter dem Pseudonym „Die Rote Spinne“ sein Unwesen. Während die Polizei über seine wahre Identität nur rätseln kann, erschlägt der Mörder reihenweise Kinder und Frauen. Eines Abends bemerkt der junge Student Karol einen seltsamen Mann, der sich an einem der Tatorte aufhält. Der Täter? Statt die... Weiterlesen